Fachkräfte aus der Region – für die Region

Anfang 2011 setzten sich die Stadt Osterwieck, einige Unternehmen sowie Instituionen das Ziel, nicht fortwährend über fehlende Auszubildende und Fachkräfte zu lamentieren, sondern aktiv etwas zu tun. Entstanden ist daraus das Projekt „Fachkräfte aus der Region – für die Region“.

Gesteuert und organisiert von der kommunalen Wirschaftsförderung, wurden alsbald Teilprojekte in Zusammenarbeit mit den vielen Akteuren entwickelt und umgesetzt. Besonders die Bundesagentur für Arbeit, das Fallstein-Gymnasium und die Sekundarschule „Thomas Mann“ sind stets mit viel Engagement im Projekt dabei.

Einen vorläufigen Höhepunkt fand das Projekt Mitte 2013, wo es mit dem Demografiepreis des Landes Sachsen-Anahlt in der Kategorie „Gewinnung von Fachkräften“ ausgezeichnet wurde.

Das Projekt besteht fort. Erfahrungen aus den Teilprojekten werden genutzt, um sie stetig zu verbessern. Auch in der Zukunft sind weitere Aktionen – darunter auch einige Neuerungen – geplant. Das Thema Fachkräfte und Auszubildende bleibt eines der drängensten Probleme der Region und der Unternehmen.  

Teilprojekt I: regelmäßige Unternehmertreffen

Die Herausforderungen, die durch den Fachkräftemangel auf die Unternehmen zukommen sind noch längst nicht in der Geschäftspraktik verankert. Daher wurde im Rahmen des Projektes ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch ins Leben gerufen. Dieser hat das Ziel, die Kommunikation zu gewährleisten. Nachfolgend aufgeführt sind die Foren, die vordringlich das Projektthema im Fokus hatten.

Thema 2010: Demografie und Bevölkerungsentwicklung

Artikel: Halberstädter Volksstimme vom  20.11.2010

Thema 2011: Unternehmensförderung

Artikel: Halberstädter Volksstimme vom 25.11.2011

Thema 2012: Fachkräftemangel

Artikel: Halberstädter Volksstimme vom 09.10.12 / 10.10.12

Thema 2013: „Mythos Fachkräftemangel“

Artikel: Halberstädter Volksstimme vom 12.11.2014

Thema 2015: Probleme und Herausforderungen des Handwerks

Artikel: Halberstädter Volksstimme vom 28.11.2015

Thema 2016: Projektauftakt „TANDEM“

Artikel: Halberstädter Volksstimme vom 19.12.2016

Teilprojekt II: Vernetzung Unternehmen – Schulen

Artikel: Halberstädter Volksstimme vom 29.03.2011

Die Aufgabe dieses Teilprojektes bestand darin, den Schülerinnen und Schülern, die Möglichkeiten der Ausbildung/Beschäftigung vor Ort aufzuzeigen.

Hierzu stellten sich u.a. Unternehmen verschiedener Branchen im Wirtschaftsunterricht den Schülern vor. Im Gegenzug wurde den Schülergruppen bei Unternehmensbesuchen die Arbeit am praktischen Beispiel gezeigt.

Artikel: Halberstädter Volksstimme vom 11.03.2016

Verstärkt nahmen regionale Unternehmen auch am „Tag der Berufe“ teil. Der Aktionstag ist ein Produkt der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen und wird einmal jährlich durchgeführt. Am Aktionstag öffnen die Arbeitgeber ihre Werktore, gewähren Einblicke in die Firma, stellen Anforderungen und Praxis der Ausbildungsberufe vor und beantworten Fragen rund um die Ausbildung. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu schauen und die Arbeitsplätze zu besichtigen.

Zielgruppe sind hier besonders die Schüler aus den Sekundarschule „Thomas Mann“ in Dardesheim. Gerade für Schülerinnen und Schüler, die das duale Ausbildungssystem durchlaufen möchten, bietet die Region genügend Angebot. Am „Tag der Berufe“ 2016 fand zudem auch ein weiteres interessantes Projekt seinen Auftakt. Bei einem Betriebsbesuch des Wissenschafts- und Wirtschaftsministers Hartmut Möllring am Anfang des Jahres, ergab sich im Nachgang ein sehr praxisnahes Projekt der Unternehmen „Claas“ sowie „Landboden“ in Berßel. Wie weckt man das Interesse der Jugendlichen an Technik und wie kann man als Unternehmen im Vorfeld geeignete Bewerber finden?

Artikel: Halberstädter Volksstimme vom 08.04.2016

Die Antwort darauf heißt: Praxis statt Theorie. Über mehrere Wochen hinweg wurden an einem Nachmittag Schüler in die Unternehmen eingeladen um dort praktisch tätig zu werden. In diesem Fall ging es um die Instandsetzung zweier Motoren. Wie funktioniert er? Wo liegt der Fehler? Wie bekommt man ihn wieder in Gang?

Erfahrene Techniker der beiden Unternehmen leiteten dabei die Schüler an, die mit viel Spaß bei der Sache waren und am Ende auch beide Motoren zum Laufen bekamen. Unterstützt wurde diese Aktion durch das Aus- und Weiterbildungszentrum, was speziell für den Transport der Schüler nach Schulschluss verantwortlich war.

Dieses erfolgreiche Teilprojekt war es, welches die Verantwortlichen im Rahmen des Projekts „TANDEM“ zum Weiterarbeiten animierte. Unterstüzt durch Fördermittel des Bundes sowie der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, wurde dieser praktische Ansatz auf „breitere Füße“ gestellt. Besonders die ungeklärte Finanzierung des Schülertransports und dessen Organisation im ländlichen Raum konnte durch die Ausreichung dieser Mittel unterstützt werden.

Abbildung: Ausschnitt des Flyers „TANDEM“ für Unternehmen

Mittlerweile ist „TANDEM“ ein regionaler Inbegriff für eine erfolgreiche Vernetzung zwischen Schülerinnen und Schülern sowie regionalen Unternehmen.

Mit Unterstüzung der Wirtschaftsjunioren Harzkreis e.V. konnten durch regionale Spender, 5 „Lego-Mindstorms-Bausätze“ angeschafft werden. Hierdurch soll das teilnehmende Fallstein-Gymnasium in Osterwieck die Möglichkeit erhalten, die Schülerinnen und Schüler für den oftmals wenig beachteten MINT-Bereich zu sensibilisieren. Das Projekt „Neue Medien“ soll dabei unterstützen. Ebenso werden die Schüler dabei durch professionelle Programmierer aus den Reihen der Wirtschaftsjunioren unterstützt.

Artikel: Halberstädter Volksstimme vom 04.03.2017

Teilprojekt III: Berufsinformations- und Ausbildungsmessen

Bei diesem Teilprojekt sollten die Angebote der regionalen Unternehmen der Schülerschaft sowie auch den Eltern gebündelt präsentiert werden. Rund 20 Unternehmen, Hochschulen und Institutionen kamen dem Angebot nach un präsentierten sich bei den Berufsinformationstagen am Fallstein-Gymnasium in Osterwieck.

Die beiden Veranstaltungen wurden terminlich mit den Elternabenden zusammengelegt, so dass auch die Frequentierung seitens der Elternschaft gegeben war.

Artikel: Halberstädter Volksstimme vom  16.09.2011 / 09.05.14

Teilprojekt IV: „Mein Talent. Meine Zukunft. Mein Heimspiel“

 In der ersten vergleichbaren Aktion traten im örtlichen Sportzentrum unter dem Motto „Mein Talent. Meine Zukunft. Mein Heimspiel.“ Schüler und Unternehmen zum sportlichen Wettstreit an. Agiert wurde hier gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit sowie dem Kreissportbund.

Für das Teilprojekt bildeten die zehnten, elften und zwölften Klassen des Gymnasiums jeweils ein Team. Gleichzeitig trat ein Team aus Unternehmen der Stadt Osterwieck, ein Team aus Unternehmen des Landkreises Harz sowie ein Team der Bundesagentur für Arbeit zum Wettbewerb an.

Gemessen wurde sich in den Disziplinen Fußball, Basketball, Torwandschießen sowie einem Wissensquiz. Durch die Vielzahl der Disziplinen wurden alle Schüler der jeweiligen Klassen mit einbezogen.

Dieses Format hat sich mittlerweile in ähnlicher Form etabliert und fanden 2013 in Halberstadt, 2014 in Quedlinburg, 2015 in Wernigerode, 2016 in Thale und 2017 in Halberstadt statt.

Artikel: Halberstädter Volksstimme vom 09.03.2012 und 13.03.2012

Teilprojekt V: Unternehmerrundschreiben WIB – „Das Wirtschaftsblatt“

Verweis: Unternehmerrundschreiben WiB

Bei den diversen Teilprojekten stellte sich heraus, dass zwar viele Projektpartner gewonnen werden konnten, allerdings bei weitem nicht die gesamte Zielgruppe erreicht wurde, für die das Thema Fachkräftemangel von Bedeutung ist.

Daher wurde erstmals ein Unternehmerrundschreiben aufgelegt, in dem das Projektthema den Hauptschwerpunkt bildete.

Wichtig war dabei, dass es nicht zu einem „information-overflow“ kommt und die wichtigsten Botschaften in alle Kürze kommuniziert werden. Neben weiteren Informationen zum Wirtschaftsstandort wurde in einem gesonderten Teil auf die bisherigen Teilprojekte verwiesen.

„WiB – Das Wirtschaftsblatt der Einheitsgemeinde“ erntete  viele positive Kritiken.

Wirtschaftsblatt 2012

Wirtschaftsblatt 2013

Wirtschaftsblatt 2014

Seit 2015 erfolgt die Umsetzung des Rundschreibens in Newsletter Form.