Die Stadt Osterwieck hat für das Vorhaben „Neubau Feuerwehrhaus Osterwieck“ eine Zuwendung in Höhe von 1.000.000,00 € Euro aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) erhalten.
Maßnahmenbeschreibung:
Das jetzige Feuerwehrgebäude in dem sich die Fahrzeughalle befindet ist Baujahr 1919. Renoviert wurde diese einmalig im Jahr 1993. 1992 zog dann die Feuerwehr in die Fahrzeughalle sowie den Sozialtrakt.
Die Räumlichkeiten der Feuerwehr teilen sich auf in Fahrzeughalle, separatem Schulungsraum mit Sozialbereich und Parkplatz.
Der Parkplatz auf dem Innenhof zwischen Fahrzeughalle und Sozialtrakt steht leider nur für 8-10 Feuerwehrdienstleistende zur Verfügung, da er auch von Anwohnern genutzt wird. Zusätzlich 6 Parkplätze sind im Einsatzfall im Kreuzungsbereich anrückender und abrückender Kräfte.
In der Fahrzeughalle gibt es 3 Stellplätze die alle nicht der DIN 14092 entsprechen (Durchfahrtbreite, -höhe und Stellfläche). Hier sind derzeit ein Löschgruppenfahrzeug 16/12, ein Tanklöschfahrzeug 16/25 sowie ein Mannschaftstransporter untergebracht. Die Fahrzeughalle ist offen. Am Ende der Fahrzeuge ist die Einsatzkleidung der Feuerwehrdienstleistenden untergebracht, jedoch nicht getrennt.
Eine Schwarz- Weißtrennung sowie Geschlechtertrennung bzw. Einsatzabteilung und Jugendfeuerwehr ist derzeit aus Platzmangel nicht möglich. Die grobe Schuhreinigung nach Ausbildung und Einsätzen ist nicht möglich.
Die Kameraden ziehen sich sozusagen bei offenen Toren um, wobei zusätzlich die Abgase der Fahrzeuge im gleichen Raum sind, da keine Abgasabsauganlage vorhanden ist.
Diese Abgase der Fahrzeuge kontaminieren sowohl die Schutzkleidung, als auch die private Kleidung.
An der Fahrzeughalle ist eine Toilette für die Herren, eine gesonderte Toilette für die Damen steht aus Platzgründen nicht zur Verfügung. Die Damen müssen somit außen am Haus entlang über den Parkplatz des Innenhofs zum Sozialtrakt um Ihren Toilettengang zu verrichten. Wenn Einsatzkräfte nach dem Einsatz duschen möchten, müssen diese ebenfalls über den Innenhof mit Parkplätzen zum Sozialtrakt. Das bedeutet, dass Sie entweder Ihre Zivilkleidung anziehen müssen oder in Ihrer Dienstbekleidung und die Zivilkleidung mitnehmen um im Sozialtrakt duschen zu können.
Somit ist eine Kontaminationsverschleppung nicht möglich.
Auf Grund der Enge, kann nur außerhalb der Fahrzeughalle eine Besetzung der Fahrzeuge erfolgen.
Die geforderte Aufstellfläche gemäß DIN 14092 ist nicht gegeben. Die Fahrzeuge stehen fast auf der stark befahrenden Hauptstraße.
Die Fahrzeuge müssen derzeit bei starker Verschmutzung vor dem Gerätehaus abgespritzt werden. Eine Fahrzeugwäsche ist Aufgrund des fehlenden Ölabscheiders nicht möglich.
Ebenfalls kollidieren eintreffende Einsatzkräfte mit ausrückenden Kräften. Es ist nochmals festzuhalten, dass die Anzahl der zur Verfügung stehenden Parkplätze völlig unzureichend ist.
Für das im Vorlauf befindliche, mittels Fördermittelbescheid unterstützte Hubrettungsfahrzeug, ist kein gerechter Stellplatz nach DIN 14092 vorhanden. Die Notwendigkeit eines Hubrettungsfahrzeugs ist in Osterwieck an Hand der Risiko- und Bedarfsanalyse aus 2018 festgestellt und durch die Förderung in 2022 umgesetzt wurden.
Gesonderte Umkleideräume, ein Schulungsraum für die Jugendfeuerwehr und die Jugendarbeit ist ebenfalls nicht vorhanden. Der vorhandene Schulungsraum entspricht nicht der geforderten Größe für 33 Einsatzkräfte. Das Wehrleiterbüro ist ebenfalls zu klein.
Der Neubau eines Feuerwehrhauses für die FF Osterwieck, welches zusätzlich als Katastrophenschutzzentrum für unsere Bürger dienen soll, ist unabdingbar.
Die letzten Naturereignisse (Hochwasser, Stürme, Hitzeperioden, etc.) aber auch die Pandemie zeigte sich, dass wir uns immer größeren Herausforderungen stellen müssen.
Durch die Netzersatzanlage ist es möglich autark auch ohne Stromversorgung im Einsatzfall handlungsfähig zu sein. Hier soll die Möglichkeit vorhanden sein, dass auch bei längeren Einsätzen/Schadenslagen der Einsatzstab sowie die notwendige Logistik und Infrastruktur vorgehalten wird.
Wenn die Leitstelle Harz auf das Einsatzmodul UWE (Unwetter, Naturereignis, uä) umschaltet, wird eine örtliche Einsatzleitung eingerichtet.
Die Leitung dieser ÖEL wird derzeit in einem Gerätehaus einer Ortsfeuerwehr sichergestellt, bei Stromausfall kann dies dauerhaft nicht sichergestellt werden. Für solche Szenarien sind dann die Funkwerkstatt, die Räume der Wehrleitung und die Schulungsräume vorgesehen.
Durch die Netzersatzanlage kann auch bei anhaltenden Szenarien über einen längeren Zeitraum die Arbeit sichergestellt werden.
Die zentrale Kleiderkammer sowie die Waschmaschine und Trockner zur Reinigung von Schutzkleidung soll hier installiert werden. Ein zentraler Waschplatz gemäß den DIN Vorschriften soll bereitgestellt werden, damit alle Feuerwehrfahrzeuge umweltgerecht gereinigt werden können.
Die auf mehrere Stellen im Stadtgebiet verteilten, verschiedenen Lagerstellen von Material sollen zusammengefasst werden. Damit wäre auch eine schnellere Verfügbarkeit sichergestellt.
Zusätzlich soll ein dringend benötigter beleuchteter Landeplatz für den häufig im Stadtgebiet eingesetzten Rettungshubschrauber errichtet werden.
Ziel soll sein, dass eine sehr leistungsfähige Feuerwehr, ein DIN gerechtes Feuerwehrhaus erhält und damit der Bevölkerungsschutz erheblich aufgewertet wird. Ebenso soll damit die Unterbringung der vorhandenen sowie zusätzlich beschafften Technik dem aktuellen Stand der Vorschriften entsprechen.
Ein Hauptziel ist es mit einem modernen Feuerwehrhaus auch neue Mitglieder in den einzelnen Abteilungen der Feuerwehr zu gewinnen, da häufig solche Investitionen auch Neueintritte in die Feuerwehr mit sich ziehen.
Umsetzung der Maßnahme: Mai 2023 – Juni 2025

