18. September 2018

TANDEM-Projektgruppe besucht die niederländische Provinz Groningen

Erläuterung des Projektes der Stiftung Groninger Kirchen

Um den ländlichen Raum zukunftsfähig zu gestalten braucht es drei Dinge: kreative Ideen, viel Mut und Menschen, die sich engagieren. Das gilt in den Niederlanden ebenso wie in Deutschland.

In der BMEL-Fördermaßnahme „TANDEM – gemeinsam und interkommunal für die Zukunft im Vorharz“ widmeten sich die Gemeinden Huy und Osterwieck sowie der Landkreis Harz der Frage, wie die Zusammenarbeit zwischen Verwaltungen, Unternehmen, Vereinen und Bürgern für den Erhalt der Lebensqualität im ländlichen Raum genutzt werden kann.

Am 13. und 14. September fuhren Vertreter der  Projektpartner sowie der Hochschule Harz in die Provinz Groningen, um gute Beispiele kennenzulernen und sich über Möglichkeiten der Beteiligung der Bürger auszutauschen. Die Projektgruppe wurde von Prof. Elles Bulder, Hanze-Hochschule Groningen, und  engagierten Niederländern  geleitet.

Die „breite“ Schule in Oostwold, in der sowohl Schüler einer christlichen als auch einer staatlichen Schule unter einem Dach unterrichtet werden, war von großem Interesse. Schließlich gibt es in Thale ein ähnliches Vorhaben, bei dem ähnliche Hürden zu überwinden sind. 

Beeindruckend war die Arbeit der Stiftung Groninger Kirchen, die alte Kirchen durch neue Nutzungen  erhält und wiederbelebt.

Die Einwohner des Dorfes  Nieuwolda haben ein großes Ziel: Sie wollen das Dorf energieautark entwickeln und so umgestalten, dass alle Menschen von der Geburt bis ins hohe Alter dort leben können.  Ein Modellwohnhaus ermöglicht Interessierten, die technischen Möglichkeiten, die das Leben im Alter erleichtern zu erproben.

Begeistert waren die deutschen Gäste von einem Projekt in Wedde, welches initiiert von einem Arzt ein riesiges Freiwilligennetzwerk zur Unterstützung älterer Menschen ins Leben gerufen hat. Hilfe bei kleinen handwerklichen Problemen, Unterstützung beim Einkaufen, Fahrdienste, Beratung bei finanziellen Problemen oder einfach nur miteinander reden –all das leistet ein hervorragend koordiniertes Netzwerk unter Mitwirkung des Hausarztes. Mittlerweile haben weitere Dörfer das Projekt erfolgreich übernommen.

Beim Besuch in Winshoten konnten sich die Besucher von den Ergebnissen eines Projektes zur Innenstadtbelebung überzeugen. Leerstand und die große Konkurrenz des Onlinehandels sind auch in den Niederlanden eine große Herausforderung.

Die Grundlage für den Erfolg der vorgestellten Projekte  ist die überwältigende  ehrenamtliche Beteiligung. Teilweise gibt es mehr Ehrenamtliche als Aufgaben – das war eine neue Erfahrung für die Besucher aus dem Harz. Viele Erkenntnisse können auf den Landkreis Harz übertragen und angepasst werden und der Austausch wird weitergehen. Im Projekt TANDEM sind zahlreiche Verbindungen entstanden – zwischen den Gemeinden und der Kreisverwaltung, zwischen Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und  der Bevölkerung und nun ein neues TANDEM zwischen der Hochschule Harz und der Hochschule Groningen sowie zwischen dem Landkreis Harz und der Provinz Groningen.

Die Ergebnisse des Projektes „TANDEM – gemeinsam und interkommunal für eine Zukunft im Vorharz“ werden am 22.11.2018, ab 17:30 Uhr im Rathaus Dardesheim präsentiert.