28. Januar 2016

Neujahrsempfang der Einheitsgemeinde

Unter dem Motto „Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern“ fand am 25.01.16 in der Hessener Weinschänke vor rund 200 geladenen Gästen der Neujahrsempfang der Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck statt.

Interessierte finden in der folge einige Impressionen sowie die Neujahrsrede der Bürgermeisterin

Nach der Begrüßung durch den Stadtratsvorsitzenden kam es zunächst zur traditionellen Begrüßung des „Neujahrsbabys“. Dieses Jahr war es Guiliano Crobeddu aus Schauen (geboren um 4:22 am 01.01.2016). Es schloss sich die kurzweilige Rede von Prof. Dr. Gerd Biegel von der TU Braunschweig zum Motto des Tages an.

Bild rechts: Begrüßung des „Neujahrsbabys“

Umrahmt wurde der Abend durch kulturelle Beiträge, wie u.a. Darbietungen der „Gesangesbrüder Concordia“ aus Schauen oder der karnevalisitschen Einlassung des Hessener Ortsbürgermeisters Klaus Bogoslaw – alias Hessener Hofgärtner Johann Royer. Im Laufe des Abends kam es auch zu einigen Auszeichnungen von ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger. Diese sind im Schlussteil des Artikels noch einmal alle genannt. Hauptrednerin am Abend war Bürgermeisterin Wagenführ mit ihrer Neujahrsansprache, die in der Folge im Wortlaut hier noch einmal nachgelesen werden kann. 

 

Neujahrsansprache der Bürgermeisterin der Stadt Osterwieck 2016

Meine sehr verehrten Damen und Herren, recht herzlichen Dank an alle Bürgerinnen und Bürger und an alle Gäste, dass Sie der Einladung gefolgt sind. Das zeigt Verbundenheit mit unserer Einheitsgemeinde. Nein, und das sage ich ganz selbstbewusst, wir brauchen uns nicht zu verstecken. Hier leben Menschen, die wertschätzen Ihre Heimat und bringen sich ein, so wie es das Heimatlied des ehemaligen Rhodeners Ewald Seyffarth besagt: „Sei gegrüßt mein Fallsteinland, sei gegrüßt mein Heimatland. Wo von ferne Elm und Asse hinterm Bruche duftig blaut und im Süd der alte Brocken wuchtig übern Fallstein schaut.“ Blättern wir in der Vergangenheit, um in der Zukunft lesen zu können, ganz nach André Malraux: Die Botschaft der Neujahrsrede im vergangenen Jahr hat sich bewahrheitet. Unsere Einwohnerzahl blieb erstmals stabil. Wir konnten 84 Geburten verzeichnen. Mit Stichtag 31.12.2015 wohnen hier 11.876 Menschen, angemerkt mit 131 mehr Männern. In unserer Gemeinde leben 117 Ausländer.  

Sehr verehrte Gäste, „Fallsteinland – in diesem Wunderglanze“, was passierte 2015, um dieser Zeile des Fallsteinliedes gerecht zu werden?

Bild links: Annesophie Braune und Tocher Sophie im Rahmenprogramm
Eine neue EU-Förderperiode hat begonnen. Von Förderquoten für Unternehmen wie nach der Wende (bis zu 90 %), ist heute noch wenig über. Das macht es für Unternehmen und auch für die Kommune nicht leichter. Die günstigen Zinsen und das gute Wirtschaftsklima machen es dennoch möglich. Es wurde investiert. Was Bürgerinnen und Bürger kaum sehen: Investitionen in neue Maschinen und Anlagen sorgen für eine Festigung der Bestandsunternehmen. Zahlreiche Gespräche zwischen Kommune, Unternehmen und Investitionsbank wurden und werden geführt. Unternehmen zahlten im Jahr 2015 rund 5,1 Mio. EUR an Gewerbesteuern. Das wird in 2016 –  Sie konnten es der Presse entnehmen – nicht so bleiben. Umso wichtiger ist daher neben der Gewerbesteuer eine weitere wichtige Einkommensart, die gern vernachlässigt wird. Ich finde, dass rund 2,7 Mio. EUR Anteil an der Einkommenssteuer nicht minder wichtig sind. 270.000 EUR erhielt die Stadt zudem bei Ihrem Anteil an der Umsatzsteuer. Bedanken möchte ich mich bei den vielen Unternehmen als zuverlässige Geschäftspartner, als Arbeitgeber in der Region, als wichtige Steuerzahler – insgesamt als Rückgrat der Region in der Wirtschaft aus Land- und Forstwirtschaft, Handwerk, Handel, Gewerbe und in allen kleinen mittelständigen Unternehmen.

Bild rechts: Prof. Dr. Biegel spricht zum ThemaWer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern“

Ein Dank gilt aber auch in diesem Zusammenhang dem Landkreis, mit dem besonders in Fragen der Wirtschaftsförderung zumeist praktikable Lösungen gefunden wurden. Immer häufiger stellen wir fest, dass wir gemeinsam nicht zu einer Antwort kommen, wie es nicht geht, sondern Wege finden, wie es gehen könnte. Hieran sollten wir auch zukünftig gemeinsam arbeiten, denn wir sitzen alle im selben Boot. Für 2016 hoffen wir, dass auch für die Bevölkerung sichtbare Investitionen in Form von Neubauten oder Sanierungen weiter durchgeführt werden – derzeit laufen vielversprechende Gespräche sowohl mit Bestandsunternehmen als auch mit neuansiedlungswilligen Unternehmen. Zuwachs gibt es ziemlich sicher im Einzelhandel des Grundzentrums Osterwieck. Abrissarbeiten an der ehemaligen Zuckerfabrik sind fertiggestellt. Aufbauarbeiten sollen in diesem Jahr durchgeführt werden. Infrastrukturell soll es weiter vorangehen. Die vollständige Versorgung mit superschnellem Internet –  besonders in den beiher unterversorgten Gewerbegebieten – soll voranschreiten. Hier gilt der Dank an den Landkreis, der die Organisation übernimmt und auch den Eigenanteil aufbringt.

Bild links: Bürgermeisterin Wagenführ bei ihrer Neujahrsansprache 

Gerade für das Industriegebiet Nord in Osterwieck, wichtig ist der 2. Bauabschnitt der Hornburger Straße. Hier wird es in 2016 losgehen. Die Entschärfung der dortigen Ilsebrücke dürfte auch für den LKW-Verkehr zum Industriegebiet ein Segen sein. Gemeinschaftsmaßnahmen mit dem Land und dem Landkreis wie in Osterwieck der Neubau der Ilsebrücke über die Landesstraße 88 nach Schauen oder das Vorhaben zur Sanierung der Kreisstraße 1342 in Rhoden wurden abgeschlossen oder befinden sich derzeit im Bau. Baugebiete wurden entwickelt, wie in Dardesheim „Am Vogelberg“, in Osterwieck „Am Weinberg“, in Berßel „Osterwiecker Straße“ und in Hoppenstedt am „Alten Bahnhof“. Mit Hilfe des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz kann nur in der Kernstadt investiert werden. Mit 80 % Förderquote ein Segen für die Altstadt. Das geschah im Bunten Hof, Sonnenklee 8, Rössingstraße 3, Nikolaikirchgasse 1, Gartenstraße 5, Nikolaistraße 28, Mittelstraße 27, Mittelstraße 8, Wallstraße 1. BA und im Deutschen Haus. Auch für 2016 hat das Land Sachsen-Anhalt 750 TEUR für Osterwieck bereitgestellt. 15 weitere Baumaßnahmen geschahen ohne Förderung in der Altstadt. Alternativ, wie geschehen 2015, Häuser stürzen ein. Weltweit erlangten die Arbeiten am Osterwiecker Fachwerkhaus „Bunter Hof“ Anerkennung. Respekt vor der behutsamen Sanierung durch das Deutsche Fachwerkzentrum. Für unsere Dörfer heißt das entsprechende Förderprogramm LEADER, Dorferneuerung mit ca. 50 % Förderung. Im letzten Jahr wurde der 3. BA am Schloss in Berßel fertiggestellt mit 205 TEUR Gesamtkosten und 116 TEUR Eigenanteil und in Deersheim das Wirtschaftsgebäude des Edelhofes mit 280 TEUR Investitionen bei einem Eigenanteil von 150 TEUR. Die Aufträge blieben dabei in der Region. Das Flurordnungsverfahren Bühne-Suderode wurde nach sieben Jahren abgeschlossen. Es sind 13 km neue Wege entstanden. Dank an alle Verantwortlichen. Nicht zu vergessen sei der Dank an die städtischen Unternehmen Wohnungsgesellschaft GmbH, der Wohnungsgenossenschaft und der AöR „Ilsetal“. Über zwei Jahrzehnte ist Verlass auf diese Unternehmen als starke Partner dieser Stadt. Die Aufgaben der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung sind ab 1.1.2016 für alle Orte an den TAZV Vorharz übertragen worden. Von dieser Stelle aus ein glückliches Händchen für den neuen Geschäftsführer Herrn Holger Ballhausen.  

Sehr verehrte Damen und Herren, eine weitere Zeile heißt: „sei mein Lied dir Dank und Lob und Preis“.
Beginnend mit den 18 Wehren unserer Stadt, mit insgesamt 418 ehrenamtlichen Mitgliedern im Einsatzdienst. 107 Mitglieder stark ist die Jugendfeuerwehr und 24 Kinder sind in der Kinderfeuerwehr organisiert. Das 5. Kinder- und Jugendzeltlager in Göddeckenrode, an dem sich über 100 junge Feuerwehrmädchen und- jungen beteiligten, war eine Herausforderung, die top gemeistert wurde von den Kameraden, wie auch von den „Göddis“, den Einwohnern von Göddeckenrode. Zur Ausstattung unserer Wehren gehören 22 Löschfahrzeuge, 7 Einzelleitwagen und Mannschaftstransportwagen und 15 Anhängerfahrzeuge. Im Jahr 2015 gab es 151 Einsätze mit 108.800 l Löschwassereinsatz. Sie retteten, bargen, löschten und schützten, wo immer sie gebraucht wurden. Bei dem Großbrand in Berßel wurde erheblicher Schaden abgewendet. Im Herbst wurde von 9 Kameradinnen und Kameraden 443 h Brandsicherheitswache in der ZAST Halberstadt geleistet. Danke Kameradinnen und Kameraden! Respekt vor Eurem Mut und Einsatz.

Verehrte Gäste, eine Zeile heißt: “wo vertraut auf allen Wegen man in jedes Auge schaut.“

Den Erzieherinnen und Erziehern in unseren städtischen Kindertagesstätten gilt meine Anerkennung, die nicht nur täglich 666 Kinder bilden und erziehen, sondern stets zur Stelle sind, wenn es gilt Veranstaltungen zu organisieren. Das Gleiche gilt für die Erzieherinnen in den beiden KITAs der AWO. Besonderen Dank an die KITA in Lüttgenrode, vergessen ist der Wasserschaden, der alles abverlangte von Eltern, Erziehern und Verantwortlichen. In unseren drei Grundschulen lernen 365 Kinder, in Hessen, Osterwieck und Bühne. Bei unserer Auspendlerquote ist die vorbildliche Arbeit in den Horten gleichfalls zu betonen. Unser Respekt gilt unseren beiden weiterführenden Schulen. Bundesweit beispielgebend ist die Tatsache, dass 2015 kein Schüler unserer Schulen die Schule ohne einen Schulabschluss verlassen hat. Weiter so! Die Fortführung der ZukunftsWerkStadt in Osterwieck 2015 brachte das Erfolgsmodell „Kindermonat Juni“. Mit über 50 Aktionen – allesamt mit glücklichen Kinderaugen und tollen Ideen. Super gemacht Einheitsgemeinde Osterwieck! Getoppt soll dies 2016 werden durch den Rekordversuch am 27.08.2016 mit der Aktion: “Unsere Kinder malen das größte Bild der Welt!“. Sie alle haben bereits geholfen, ich darf verkünden, dass heute Abend … Bettlaken mitgebracht worden sind. Ich bin glücklich und zuversichtlich. Die ZukunftsWerkStadt hat auch der Regionalmarke „Typisch Harz“ einen Zuwachs beschert. Neu dabei: Imkermeister Enrico Kretschmar aus Hessen. Bienenseminare, der Umweltschutzpreis und der erste Auftritt während der Grünen Woche in Berlin sind eine echte Herausforderung für das Familienunternehmen.

Sehr verehrte Gäste des Empfangs,wo vertraut auf allen Wegen man in jedes Auge schaut.“

Besonderer Dank und Hochachtung all denen, die im häuslichen oder öffentlichen Bereich in der Seniorenarbeit, Krankenpflege und Betreuung tätig sind.
Unseren Ärzten und Apothekern in der Einheitsgemeinde danke ich herzlich für ihre unverzichtbare Arbeit in unseren Orten. Lassen Sie mich hier ausdrücklich Frau Dr. Steinmetzer danken, die am 31.12.2015 ihre Praxis als HNO Fachärztin schloss.
Die Kirchgemeinden und unsere Pastoren geben Halt und Zuversicht. Unsere Polizei vor Ort und unsere Regionalbereichsbeamten geben das Gefühl der Sicherheit, wir brauchen diese dringend.

Meine Damen und Herren des heutigen Abends, es heißt im Fallsteinlied: “dort weht Heimatluft so lind und reine…

Genau dieses entschleunigte ländliche Leben wird geprägt von der Gemeinschaft der Vereine. Über 150 Vereine bereichern unser Leben. Sie bringen sich in unsere Stadt ein. Der Turm des Schlosses Hessen wurde durch den Schlossverein mit mehr als 300 TEUR saniert, davon brachte der Verein nochmals 30 TEUR in seinem 20. Jubiläumsjahr als Eigenleistung ein. In Osterwieck wurde die Treppe des Bismarckturmes saniert. Der Tourismusverein sammelte dafür 10 TEUR.
Hier helfen Stiftungen Substanz zu erhalten oder zu sanieren, so konnte mit Hilfe der Eckenberger-Stiftung das Südportal der Stephanikirche restauriert werden. Die Behrenssche Stiftung ermöglicht jährlich soziales Engagement in Veltheim und Osterode am Fallstein und die Stiftung der Harzsparkasse Halberstadt unterstützte gleichfalls die Treppensanierung im Bismarckturm.

Bild links: „Gesangesbrüder Concordia“ im Rahmenprogramm
Das Reformationsfest 2015 im Mai war sehr kalt und stürmisch, aber inhaltsreich und authentisch. Dank an die Organisatoren und Veranstalter. Gute Ideen sind durch den Verein „Kulturland“ und den Verein „Kultur im Schäfers Hof“ organisiert worden. Respekt an all die Menschen, die sich für ihre und unsere Baudenkmäler, Geschichte und Heimat engagieren.

Liebe Gäste, zurück zu unserem Lied: “bei der Arbeit froh, und froh beim Tanze…

Machen wir keine Kirchturmpolitik, steigen wir auf unseren Kirchturm und sehen wir hinab auf das Bewährte, Geschaffene und Schöne. Feste unsere Region schreiben Erfolgsgeschichte: Adonisröschenfest, Mittelstraßenfest, Bikerfest, Oktoberfest, Schloss- und Gartennacht, Kneipennacht, Sonnenblumenfest, Lichterfest, Dorf- und Schützenfeste. Der Tourismus verzeichnete Zuwächse. 974 zahlende Teilnehmer zählten die Stadtführungen des Jahres 2015. Das sind 27 % mehr als im Vorjahr. Hinzu kommen rund 200 Teilnehmer an kostenlosen Führungen z.B. am Tag des offenen Denkmals, Schulklassen sowie beim Reformationsfest.
In 89 Führungen präsentierten unsere Gästeführer mit Stolz ihre Stadt und ihre Orte, 10 % mehr! Ihr seid unverzichtbar geworden. Unverzichtbar auch die Arbeit in der Touristeninformation. Es ist bemerkenswert, 2015 kreierten Bürger der Stadt sogar einen eigenen Bildband. Danke!

Bild rechts: Klaus Bogoslaw alias Johann Royer berichtet über das Leben als Gärtner am Schloss.

Das Jahr 2015 war gleichfalls gekennzeichnet durch Feierstunden anlässlich 25 Jahre Grenzöffnung in den Orten Wülperode, Göddeckenrode, Osterode am Fallstein und Rhoden. Viele Erinnerungen an diese Zeit wurden wach und rüttelten wach. Das Jahr 2016 wird geprägt sein von Ortsjubiläen in Rohrsheim, Hessen, Veltheim und Wülperode. Gut, dass wir Menschen haben, die Ortsgeschichte wahren und aufschreiben. An dieser Stelle bitte ich um einen Applaus für alle unsere Ortschronisten! Wir brauchen Euch! Die Gesamtarbeit des Museums war hier mehr als wertvoll. Ich bin heute noch stolz auf die Feiern in Berßel 2013 und Rhoden 2015, die Menschen zusammenbrachten und Wunderbares vollbrachten, das heute noch nachwirkt. Wir sind erwartungsvoll auf die vier Jubiläen und rufen Euch zu „Nur Mut“.
Ein Zeichen der Erwartung setzen wir heute hier in Hessen in der ältesten Gaststätte im Bundesland Sachsen-Anhalt. Wir machen eine Ansage, dass Regionalität das Fangnetz der Globalisierung sein wird. Sie merkten es, es gab Bierbowle und kein Sekt und wir werden nach meiner Ansprache mit Kartoffelschnaps (wir haben in Rohrsheim eine Brennereimanufaktur) auf das neue Jahr anstoßen, denn die Kartoffel hat eine Bedeutung in der Geschichte von Hessen. Alles, was Sie auf dem Buffet finden werden, ist aus unserer Region. Eier, Fisch, Fleisch, Wurst, Käse u.v.m.. Unsere Region hat einiges zu bieten, schauen Sie genau hin: „Unser Produkt auf unserem Teller! U n d  Einkaufen -wo wir zu Hause sind!“
Bei allem Agieren, sollten wir dies nie vergessen. Dies wurde lobenswerter Weise im Projekt „Jung und Alt gemeinsam“ in Zilly umgesetzt. Was als Funke mit dem gemeinsamen Projekt ZUKUNFTSWERKSTADT von Landkreis und Stadt initiierte worden ist, ist als Leuchtturmprojekt Deutschlands am 20.01.2016 in Berlin geehrt worden. Beim Zukunftsforum wurde die Deersheimer Genossenschaft vom Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt im Rahmen der Grünen Woche vor fünf Tagen ausgezeichnet. Mit dieser Geldspritze kann das Projekt wahr werden. Ich bin sehr stolz auf diese Dorfladen-Genossenschaft und drücke die Daumen für diesen neuen Weg. Leben ist dort, wo Arbeit ist. Nur so sind die vielen Sponsoring- und Spendenaktivitäten der hiesigen Betriebe erst möglich. Das Buffet und der Abend wurden gesponsert von Fa. Achilles Elektronik Hessen, Agrar-Genossenschaft Hessen Herr Czychon, Landwirt Witschel Osterwieck, Bauunternehmen Strutz Deersheim, Ingenieurbüro Damer Vienenburg, Imkerei Kretschmar Hessen und Fallstein-Apotheke Osterwieck Herr Leupold. Herzlichen Dank!

Sehr verehrte Damen und Herren, zurück zum übermittelten Heimatlied: „dort im Kranz der weiten, reichen Felder liegt mein Dorf im Morgensonnenstrahl…“.

Hier setze ich auf das Feld erneuerbarer Energien. Die Stadt kann sich sehen lassen. Dardesheim wurde die Energiekommune des Jahres 2015, und die Arbeit des Energieberatungszentrums Osterwieck im fünften Jahr ist beispielgebend in Sachsen-Anhalt. Bürger-Unternehmen-Stadt, wir haben es bislang, genau wie unsere Vorfahren hier, immer vermocht, auch in schwierigen und manchmal kontroversen Situationen durch Engagement und Zusammengehörigkeitsgefühl unsere Orte lebens- und liebenswert zu machen. Dafür bedanke ich mich als Bürgermeisterin von ganzem Herzen.

Bild links: Impressionen aus dem Saal

Voller Stolz können wir erhobenen Hauptes durch unsere Orte gehen. Schauen Sie bei der Vorbereitung und Durchführung der Jubiläen genau die Fotos an. Ich glaube, unsere Gesellschaft, und damit auch unsere Gemeinde, braucht mehr denn je das Wirken in kleinen Schritten, auch mit der nötigen Gelassenheit und Geduld.
Die Herausforderungen der Zukunft, wie die Unterbringung und Integration der Flüchtlinge und die damit einhergehenden Veränderungen in der Gesellschaft werden wir nur meistern, wenn wir sie in einem humanitären Grundkonsens und unter Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger angehen. Zur Bewältigung wünsche ich mir eine gute Zusammenarbeit aller gesellschaftlichen Kräfte und eine konstruktive Begleitung durch die Öffentlichkeit. Lobend erwähnen möchte ich hier für alle Unterstützer in der Vorbereitung die Hilfe des Vereins „Notruf Ukraine-Polizisten helfen e. V.“, die AWZ und die Kleiderkammer.

Verehrte Gäste, es heißt in unserem Lied: „und wie einstmals heut noch immer auf des Mannes Worte baut…

Für das Jahr 2015 kann ich nur festhalten: Die finanzielle Ausstattung der Kommunen ist miserabel.
Das Land steht bei der Konsolidierung auch in der Verantwortung und darf sich nicht in der schwarzen Null sonnen, die zu Lasten der kommunalen Familie erkauft wurde. Das Land sind wir! Mehr als die Hälfte der Sachsen-Anhalter leben auf dem Land. Vergesst bei der Finanzausstattung nicht die ländlichen Flächengemeinden. Die Großstädte brauchen den ländlichen Raum und umgekehrt. Eine vernünftige finanzielle Ausstattung ist dabei essentiell. Dies gilt als Appell an die Verantwortlichen in unserem Sachsen-Anhalt. Überprüft das Finanzausgleichsgesetz!
Ich danke den drei Mitgliedern des Landtages aus unserem Wahlkreis, den Herren Daldrup, Brachmann und Lüderitz für ihr Kommen. Werte Gäste, bevor wir im März an die Wahlurne treten, hier haben Sie die einmalige Gelegenheit mit unseren Vertretern des Landtages ins Gespräch zu kommen. In den politischen Gremien in unserer Stadt wurden 2015 viele und wichtige Entscheidungen gemeinsam getroffen, die für unsere Gemeinde richtungsweisend sein werden. Ich danke allen ehemaligen, neuen und wiedergewählten Ortschaftsräten, Ortsbürgermeistern, Stadträten, Schiedspersonen und Mitgliedern des Jugendbeirates für ihr Mitdenken, Mitwirken und Mitarbeiten in unserer Gemeinschaft. Sie übernehmen Verantwortung und tragen demokratische Entscheidungen mit. Das muss man aushalten können.

Bild rechts: Kartoffelschnaps zum Anstoßen Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle auch bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Osterwieck, die sich mit Engagement für die Belange der Bürgerinnen und Bürger einsetzen, sei es im Bauhof, in den Kindertagesstätten oder im Amt. Ein Dank dem Team zur Vorbereitung und Durchführung dieses Empfangs und Respekt dem Wirt dieser altehrwürdigen Gaststätte Herrn Gütte, der die Priorität der Regionalität des Buffets brillant umsetzte.

Verehrte Anwesende, noch einmal zum Schluss die Zeile: „sei gegrüßt, sei gegrüßt mein Fallsteinland – mein Heimatland...“

Es wurde viel geschaffen in den vergangenen 25 Jahren. Machen wir etwas daraus – alle gemeinsam, wie unsere Geschichte gleichfalls zeigt. Klasse statt Masse. Mein Resümee von 2015 und meine Botschaft für das neue Jahr 2016: „Osterwieck glaubt an sich! Mit Kraft, Mut und Zuversicht“ Lassen Sie uns anstoßen auf ein friedvolles und gesundes Jahr 2016!

Die am Abend für außerordentliches Engagement geehrten Einwohner im Überblick: